Unterstützung des Transportmanagements durch ein Telematiksystem
Neben der Überwachung der technischen Eigenschaften des Fahrzeugs ist es eine der Hauptaufgaben der Telematik, den Fahrer und die zentralen Unternehmensbereiche des Spediteurs oder Transporteurs, insbesondere die Dispositionsabteilung, bei der operativen Durchführung, Überwachung und Dokumentation von Transporten zu unterstützen. Dazu gehören folgende Aufgaben:
Abliefernachweise (POD)
POD (Proof of Delivery) bezeichnet den digitalen Nachweis, dass eine Sendung beim Empfänger abgeliefert wurde. Der Fahrer kann beispielsweise die Ablieferung durch Unterschrift auf einem mobilen Endgerät, Foto, Zeitstempel oder GPS-Position dokumentieren. Die Daten werden anschließend vom Telematiksystem an die zuständigen nachgelagerten Systeme übermittelt. Dadurch können Ablieferbelege schneller verarbeitet und Abrechnungsprozesse beschleunigt werden.
Anzeige Touren für Fahrer
Das Telematiksystem stellt dem Fahrer die für ihn vorgesehenen Touren digital zur Verfügung. Angezeigt werden können beispielsweise die Reihenfolge der Stopps, Adressen, Zeitfenster und weitere Transportinformationen. Änderungen an der Tour können bei entsprechender Systemunterstützung unmittelbar an das Fahrzeug übertragen werden. Dadurch erhält der Fahrer stets aktuelle Informationen über seine Transportaufgabe.
Anzeige Transportaufträge für Fahrer
Transportaufträge können direkt auf dem mobilen Endgerät des Fahrers angezeigt werden. Neben Abhol- und Lieferadressen können beispielsweise Sendungsinformationen, Mengen, Zeitfenster oder besondere Anweisungen dargestellt werden. Der Fahrer kann den jeweiligen Auftrag Schritt für Schritt bearbeiten und seinen Status zurückmelden. Dadurch werden papierbasierte Auftragsunterlagen reduziert.
Dokumentation von Transportschäden
Mit einer entsprechenden Telematiklösung können Schäden an Fahrzeugen, Ladung oder Verpackungen direkt während des Transports dokumentiert werden. Der Fahrer kann beispielsweise Fotos, Texte, Zeitpunkte und weitere Informationen erfassen. Die Dokumentation kann anschließend dem jeweiligen Transportauftrag oder der Sendung zugeordnet werden. Dadurch entsteht eine nachvollziehbare digitale Schadensdokumentation.
Lademittelverwaltung
Die Lademittelverwaltung unterstützt die Erfassung und Kontrolle von beispielsweise Paletten, Gitterboxen oder anderen Ladungsträgern. Zu- und Abgänge können direkt beim Be- oder Entladen dokumentiert werden. Dadurch lässt sich nachvollziehen, welche Lademittel an welchem Ort beziehungsweise bei welchem Kunden verbleiben. Dies unterstützt die Vermeidung von Verlusten und erleichtert die Abrechnung beziehungsweise Rückführung.
Ladungsidentifikation bei Be-/Entladung
Ladungen oder einzelne Sendungen können beim Be- und Entladen automatisch oder manuell identifiziert werden. Dazu können beispielsweise Barcodes, QR-Codes, RFID oder andere Identifikationsverfahren eingesetzt werden. Die erfassten Informationen können mit dem jeweiligen Transportauftrag verknüpft werden. Dadurch lassen sich Fehlverladungen reduzieren und der Status der Sendung genauer dokumentieren.
Rampenzuweisung
Die Rampenzuweisung ermöglicht die Zuordnung eines Fahrzeugs zu einer bestimmten Be- oder Entladerampe bei der Abholung oder Zustellung von Transportgütern. Informationen über die zugewiesene Rampe können direkt an den Fahrer übermittelt werden. Je nach System können dabei auch Ankunftszeiten, Wartezeiten und die Belegung der Rampen berücksichtigt werden. Dies unterstützt eine effizientere Steuerung der Abläufe auf Betriebshöfen und Terminals.
Schnittstelle zu TMS (OpenTelematics-Standard)
Für die vorstehend beschriebenen Funktionen ist eine bidirektionale Datenübertragung zwischen dem Telematiksystem und dem vor- und nachgelagerten Transportmanagementsystem (TMS) nötig. Da sowohl der TMS-Markt als auch der Telematikmarkt stark fragmentiert sind, existiert kein Standard für die Datenumfänge und –eigenschaften an dieser Schnittstelle. Um proprietäre Schnittstellendefinitionen abzubauen, wurde im Juli 2018 der Verband OpenTelematics e. V. mit dem Ziel gegründet, eine softwareunabhängige Standardschnittstelle zur Übertragung von Telematikdaten zum und vom TMS zu ermöglichen.
Sendungsverfolgung (Track + Trace)
Track + Trace ermöglicht die digitale Verfolgung einer Sendung während ihres Transportweges. Dabei können beispielsweise Position, Transportstatus und wichtige Ereignisse erfasst werden. Je nach System können diese Informationen auch Kunden oder Geschäftspartnern zur Verfügung gestellt werden. Dadurch wird die Transparenz über den aktuellen Aufenthaltsort einer Ladung und den Transportfortschritt erhöht.
Statusverfolgung Transportauftrag/Tour
Die Statusverfolgung zeigt den aktuellen Bearbeitungsstand eines Transportauftrags oder einer gesamten Tour. Statusinformationen können beispielsweise „Auftrag übernommen“, „in Zustellung“, „angekommen“ oder „abgeschlossen“ umfassen. Die Informationen werden typischerweise durch den Fahrer, das Fahrzeug oder automatisierte Prozesse aktualisiert. Disposition und Kundenservice erhalten dadurch einen aktuellen Überblick über den Transportfortschritt.