Positionsbestimmung und Navigation
Die Ermittlung der Fahrzeugposition in hinreichender Genauigkeit ist DIE Kernfunktion eines Telematiksystems. Erst mit Kenntnis des aktuellen Standorts und des bisherigen Fahrtverlaufs sind die notwendigen Funktionen zum Transportmanagement und zur Zielführung für den Fahrer („Navigation“) realisierbar. Während es in der Luftfahrt bereits seit den 1940er Jahren verschiedene funkbasierte Verfahren zur Positionsbestimmung gab, wurde erst seit den 1990er Jahren mit Einführung des US-amerikanischen Satellitennavigationssystems GPS („Global Positioning System“) ein auch für Fahrzeuganwendungen geeignetes –und erschwingliches- System nutzbar. Seit Mitte der 2010er Jahre wird GPS durch das europäische GALILEO-System ergänzt.
Die Positionsbestimmung auf Basis von GPS und GALILEO ist heute Standard in Telematikendgeräten im Fahrzeug bzw. am mobilen Objekt. Daneben sind bei der Auswahl eines Telematiksystems folgende Funktionen wichtig:
Zielführung für den Fahrer
Wenn durch Eingabe des Fahrers oder durch automatische Übernahme aus dem Transportauftrag das nächste Fahrziel bekannt ist, kann die Navigationsfunktion im Telematikgerät den Fahrer durch entsprechende Anzeigen und Sprachansagen zum Zielpunkt führen.
ETA-Berechnung im Fahrzeug
Das System berechnet die voraussichtliche Ankunftszeit (Estimated Time of Arrival) direkt im Fahrzeug. Dabei können aktuelle Position, Fahrstrecke, Verkehrssituation und weitere Einflussgrößen berücksichtigt werden.
Geofencing
Virtuelle geografische Bereiche können definiert und überwacht werden. Beim Ein- oder Austritt eines Fahrzeugs in einen solchen Bereich können automatisch Meldungen oder Aktionen ausgelöst werden, beispielsweise bei der Ankunft an einer Ladestelle.
Ortungszyklus < 1 Minute
Manche Einsatzszenarien erfordern eine hohe Aktualisierungsrate der Positionsbestimmung. Dies ist insbesondere bei Fahrzeugen der Fall, die in kurzer Zeit viele Richtungswechsel vornehmen, z.B. bei Fahrzeugen in der Paketauslieferung. Eine besonders kurze Übertragungsfrequenz ermöglicht dann eine nahezu kontinuierliche Positionsverfolgung. Dies verbessert die Aktualität der Fahrzeugdaten und ermöglicht eine präzise Überwachung laufender Transporte.
SAPOS/EPS-Nutzung
Bei bestimmten Anwendungen reicht die horizontale Genauigkeit der GPS-/GALILEO-Positionsbestimmung (im Bereich 5-10m) nicht aus. Durch Nutzung von Zusatzdiensten, wie etwa dem Satellitenpositionierungsdienst SAPOS, können auch genauere Fahrzeugpositionen erreicht werden. SAPOS ist ein Gemeinschaftsprojekt der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der deutschen Bundesländer und bietet mit dem Dient EPS bietet eine Positionsgenauigkeit im Submeterbereich.